Erich FRÖSCHL

Eröffnungsrede von Erich FRÖSCHL zu meiner Solo Ausstellung


GOLDMINEN ARBEITEN AUF ERDE UND PAPIER

In der Galerie Steyrdorf

15. Mai - 26. Juni 2026



"Lebenslauf – Werklauf: Johannes Angerbauer sieht sie unlöslich miteinander verknüpft, und in der Tat ist sein Werk wesentlich und ganz bewusst von persönlichen Erlebnissen und Begegnungen geprägt.


Dass sich dieses dabei nicht ins Kleine beschränkt, ist in der Weite seines Horizonts begründet, den er sich setzt und seinem Drang in die Tiefe dessen zu dringen was ihn trägt.


Goldhoff, wie er sich bald nannte, stieg hinab in die Erden, nicht aber um darin zu graben, sondern um zurückzugeben was ihnen entrissen wurde. Dieses bedeutete für ihn, über die Anfänge seines persönlichen Daseins, aus dem Ererbt – Überkommenen zurückzubinden, um den eigenen Lebenskreis zu dehnen in nicht vorauszusehende Fernen.


Was ihm durch die Zeitläufe und Zufälle zu Teil wurde, machte er sich innerlich fruchtbar. 
Solche Wege führen denjenigen, der sie erkennend nachschreitet, ins Eigene, wo immer sie enden mögen. Man ist es selbst, bei dem man ankommt.


Abendländische Herkunft bedeutet dem, der sich ihrer bewusst ist, langhin über Erziehung und Bildung, die Grundlage denkender und formender Kultur. Wer wäre davon unberührt:

 
Dem für Geschichte und Mythologie Empfänglichen füllt und belebt sich derart eine Innenwelt mit Gestalten, die Bewunderung wie Mitgefühl wecken und beispielhaft sind bis hin zur Identifikation des vielleicht noch ungeklärt Eigenen, mit dem schon schicksalhaft Durchgeformten aus alter Überlieferung.
Formen schicksalhafter Überlieferungen aber sind oftmals, und ganz besonders was das Gold betrifft, vielfach in Blut gedrängt.


In Abwandlung des Zitates von Karl Marx würde ich Angerbauer – Goldhoff ein Credo unterstellen welches heißt: Gold ist das Opium für das Volk. 


Dieser dialektische Denkansatz verleiht seinem Werk Spannung!


Goldraub in seiner Absurdität und die Inkarnation der Gier manifestieren sich in Goldhoffs Arbeiten. Seine Blickrichtung ist der Mensch der ein Metall ohne Wert zum Mythos erhebt. Nicht Goldhoffs Ansinnen ist eine realitätsfremde Überhöhung, eher die Entblößung einer auf jenseitige Hoffnung basierenden Gesellschaft, welche dem Gold eine hybride Ideologie preist.


Jedes Ritual macht die Schöpfung neu, so jedenfalls die Aktionen Angerbauer – Goldhoffs 
indem er der Erde rückführt, was der Erde gehört!

Erich Fröschl